Überblick
Das ARMI-Modell ist ein Werkzeug aus dem Projekt- und Change-Management zur Klassifizierung von Stakeholdern nach ihren Rollen und Verantwortlichkeiten. Das Akronym ARMI steht für Approver (Genehmiger), Resource (Ressource\/Experte), Member (Teammitglied) und Interested Party (Interessierte Partei). Man wendet die Methode an, um schnell Klarheit über die Beteiligung, den Einfluss und den Informationsbedarf der verschiedenen Akteure in einem Projekt zu schaffen.
Das Hauptziel des ARMI-Modells ist es, die Zusammenarbeit zu verbessern und Missverständnisse zu vermeiden, indem die Erwartungen an jede Rolle klar definiert werden. Es hilft Projektleitern sicherzustellen, dass die richtigen Personen zur richtigen Zeit in Entscheidungen einbezogen, als Experten konsultiert oder über den Projektfortschritt informiert werden.
Das Modell ist besonders im Lean Six Sigma-Umfeld und als Teil des Change Acceleration Process (CAP) von General Electric bekannt geworden. Es dient als einfache Alternative oder Ergänzung zu detaillierteren Verantwortlichkeitsmatrizen wie der RACI-Matrix.
Konzept
Das ARMI-Modell ordnet jeden Stakeholder eines Projekts einer von vier klar definierten Rollen zu. Diese Rollen können sich im Laufe eines Projekts, je nach Phase, ändern.
- Approver (A) – Genehmiger: Diese Person oder Gruppe hat die formale Autorität, Entscheidungen zu treffen und Meilensteine oder Projektergebnisse freizugeben. In der Regel ist dies der Projektsponsor oder ein Lenkungsausschuss.
- Resource (R) – Ressource\/Experte: Dies sind Fachexperten oder Personen mit spezifischem Wissen, die bei Bedarf für das Projekt zur Verfügung stehen. Sie sind nicht Teil des Kernteams, liefern aber wichtigen Input oder Unterstützung für spezifische Aufgaben.
- Member (M) – Teammitglied: Mitglieder des Kernprojektteams, die aktiv an der Umsetzung der Projektaufgaben arbeiten. Sie haben die im Projektauftrag definierten Befugnisse und tragen die Hauptverantwortung für die operative Arbeit.
- Interested Party (I) – Interessierte Partei: Personen oder Gruppen, die ein Interesse am Projekt haben und über dessen Fortschritt und Ergebnisse informiert werden müssen, aber nicht aktiv daran beteiligt sind.Die Anwendung erfolgt typischerweise in Form einer Matrix, in der die Stakeholder den Projektphasen oder Hauptaufgaben zugeordnet und ihre jeweilige ARMI-Rolle festgelegt wird. Dies schafft eine klare Übersicht und dient als Grundlage für den Kommunikationsplan des Projekts.
Mehrwert
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Der Einsatz des ARMI-Modells bietet Unternehmen einen erheblichen Mehrwert durch die Schaffung von Transparenz und klaren Strukturen in Projekten. Es beschleunigt Entscheidungsprozesse, da von Anfang an klar ist, wer die Genehmigungskompetenz besitzt.
Durch die klare Definition der Rollen wird das Engagement der Stakeholder verbessert. Jeder Beteiligte kennt seine erwartete Funktion und seinen Beitrag zum Projekt. Dies reduziert Reibungsverluste und fördert eine effiziente Zusammenarbeit.
Insbesondere in Veränderungsprojekten hilft das ARMI-Modell, die Akzeptanz für neue Prozesse oder Systeme zu erhöhen, indem es sicherstellt, dass Schlüsselpersonen frühzeitig und in der richtigen Rolle eingebunden werden. Es ist ein einfaches, aber wirkungsvolles Instrument, um die Kommunikation zu steuern, die Erwartungen zu managen und letztlich den Projekterfolg zu sichern.